Bibelzitate als »Hassverbrechen«? Über eine kanadische Debatte

Die jüngsten Ereignisse in Kanada werfen ein beunruhigendes Licht auf die sich wandelnde Wahrnehmung religiöser Überzeugungen in westlichen Gesellschaften. Fragen der Meinungsfreiheit und der Definition von »Hassrede« berühren den Kern christlicher Lehre, insbesondere im Bereich der Ehe.

Ein Artikel auf Anglican Mainstream berichtet von einer heißen Debatte in Kanada darüber, ob das Zitieren von ehebezogenen Bibelstellen als Hassrede eingestuft werden könnte. Der kanadische Kulturminister Marc Miller äußerte sich dazu bemerkenswert deutlich:

„Ich glaube nicht, dass Menschen die Bibel, den Koran oder die Thora benutzen sollten, um der Begehung eines Hassverbrechens zu entgehen.“

Diese Aussage, so knapp sie ist, verdichtet eine tiefe Spannung. Sie suggeriert, dass heilige Schriften, sobald sie bestimmten gesellschaftlichen Normen widersprechen, als bloße Vorwände oder gar als Waffen missbraucht werden könnten, um »Hass« zu verbreiten. Für Christen, deren Glaube untrennbar mit der Offenbarung Gottes in der Heiligen Schrift verbunden ist, ist dies keine geringfügige Angelegenheit. Die biblische Lehre über die Ehe als Bund zwischen Mann und Frau ist keine optionale Anmerkung, sondern eine grundlegende Wahrheit, die sich durch die gesamte Schrift zieht und im Neuen Testament durch Christus bekräftigt wird.

Die Sorge, die sich aus dieser Entwicklung ergibt, ist, dass biblische Lehre nicht mehr als eine legitime, wenn auch abweichende, moralische Position anerkannt wird, sondern als etwas potenziell Schädliches, das zensiert oder sogar bestraft werden muss. Dies stellt eine direkte Herausforderung für die Freiheit dar, den biblischen Glauben öffentlich zu leben und zu verkündigen. Für uns als Christen in Deutschland, die wir uns bemühen, Jesus Christus in Wort und Tat zu ehren, ist diese Entwicklung in Kanada eine ernste Mahnung. Sie unterstreicht die Notwendigkeit, klar und doch liebevoll für die biblische Wahrheit einzustehen und zu verstehen, dass die Verteidigung der biblischen Ehe letztlich eine Verteidigung der Autorität der Schrift und der Freiheit des Evangeliums ist. Wir müssen für unsere Überzeugungen eintreten, nicht mit Anklage, sondern mit der Überzeugung, dass Gottes Wort Leben spendet und der Welt dient, indem es ihre wahre Orientierung aufzeigt – hin zu Christus, dem Herrn der Wahrheit und der Liebe.

Quelle: Anglican Mainstream

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