Kein „Kuschelchristentum“: Zur Notwendigkeit biblischer Realität

Die Gesellschaft, in der wir als Christen leben und unseren Glauben bezeugen, stellt uns immer wieder vor Herausforderungen. Der Wunsch nach einem konfliktfreien Miteinander und die Sensibilität gegenüber unterschiedlichen Überzeugungen sind verständlich. Doch gerade in solchen Zeiten ist es entscheidend, dass wir die Unterscheidung zwischen einem gesunden Respekt und einer Verwässerung des biblischen Zeugnisses treffen.

Ron vom TheoBlog.de greift in seinem Artikel „Kein „Kuschelchristentum“ bitte“ eine Beobachtung aus dem Jahr 2003 auf, die heute noch größere Relevanz besitzt, als sie es damals schon hatte. Er schreibt:

Der nachfolgende Absatz aus unserem Familienrundbrief 2003 (Dezember) gilt heute noch mehr als vor rund 20 Jahren: In einem juristischen Seminar der Indiana-Universität (Sagamore, USA) musste Anfang Dezember ein Weihnachtsbaum entfernt werden, da er, obwohl nicht mit religiösen Ornamenten geschmückt, sonst angeblich nicht-christliche Studenten diffamieren könnte. Es ist absehbar, dass die EU auf einen Gottesbezug […]

Diese Anekdote mag auf den ersten Blick geringfügig erscheinen, doch sie verweist auf eine tiefergehende Tendenz: den zunehmenden Druck, christliche Symbole und Ausdrucksformen aus dem öffentlichen Raum zu verbannen, um niemanden zu „diffamieren“. Dahinter verbirgt sich oft eine Vorstellung von Toleranz, die nicht nur dazu auffordert, andere Meinungen zu dulden, sondern letztlich die eigene Überzeugung zu relativieren oder gar zu verbergen. Für Christen hat dies weitreichende Implikationen.

Unser Glaube ist untrennbar mit der Person Jesus Christus verbunden, der beansprucht, der Weg, die Wahrheit und das Leben zu sein (Joh 14,6). Dies ist kein Angebot unter vielen, sondern eine absolute Heilsbotschaft. Die biblische Botschaft ist von Natur aus „anstoßend“ für eine Welt, die sich nach eigenen Regeln definieren möchte (1 Kor 1,23). Sie fordert Gottes Souveränität ein und ruft zur Umkehr auf. Ein „Kuschelchristentum“, das Konflikte um jeden Preis vermeidet, mag kurzfristig bequem erscheinen, doch es verfehlt den Kern des Evangeliums, das uns zur mutigen Bezeugung Christi beruft. Wir sollen nicht provozieren um der Provokation willen, sondern die Wahrheit in Liebe und Klarheit verkündigen.

Für uns als Christen in Deutschland bedeutet dies, dass wir den Mut haben müssen, biblische Wahrheiten authentisch zu leben und zu kommunizieren, selbst wenn sie als unbequem oder unzeitgemäß wahrgenommen werden. Zugleich ist es unsere Aufgabe, dies mit Weisheit und Ehrerbietung zu tun (1 Petr 3,15), stets bereit, Rechenschaft über die Hoffnung abzulegen, die in uns ist. Es geht nicht darum, Konfrontation zu suchen, sondern um die treue Repräsentation des Herrn, der selbst keine Kompromisse mit der Sünde einging und doch Sünder liebte.

Quelle: TheoBlog.de

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