John Stott und die Gefahren der Macht in der Kirche

Die Machtfrage ist in unserer Gesellschaft, ob in Politik, Wirtschaft oder den zwischenmenschlichen Beziehungen, von stetiger Relevanz. Doch auch innerhalb der Kirche Christi stellen sich immer wieder ernste Fragen zum Umgang mit Macht. Vor diesem Hintergrund gewinnen die Worte des bekannten anglikanischen Theologen John Stott, die er bereits im Jahr 2000 über die „schädliche Sucht nach Macht“ äußerte, eine neue Dringlichkeit. Ron vom TheoBlog.de erinnert uns dankenswerterweise an Stotts zeitlose Mahnung.

Der Artikel vom TheoBlog.de fasst Stotts Beobachtungen zusammen und überträgt sie auf aktuelle kirchliche Entwicklungen: „Machkonzentration ist an vielen Stellen angesagt. Und manche ‚Superapostel‘ nehmen für ihre Expansionssucht sogar den Heiligen Geist in [Anspruch]“. Diese kritische Analyse lenkt den Blick auf eine beunruhigende Tendenz: das Streben nach Einfluss und Autorität, das sich manchmal hinter frommer Rhetorik verbirgt. Stott erkannte, dass die Verlockung der Macht eine universelle menschliche Herausforderung darstellt, die auch vor den Toren der Kirche nicht haltmacht.

Die biblische Lehre offenbart, dass wahre Autorität im Königreich Gottes nicht durch irdische Machtausübung, sondern durch dienende Hingabe und demütige Nachfolge Christi gekennzeichnet ist. Unser Herr Jesus lehrte explizit: „Ihr wisst, dass die Herrscher der Völker sie unterdrücken und ihre Großen ihnen Gewalt antun. Nicht so soll es unter euch sein; sondern wer unter euch groß werden will, der sei euer Diener; und wer unter euch der Erste sein will, der sei euer Knecht“ (Matthäus 20,25-27). Diese Worte bilden einen scharfen Kontrast zu jedem Streben nach „Expansionssucht“ oder der Beanspruchung des Heiligen Geistes zur Legitimierung eigener Autoritätsansprüche.

Ron macht uns mit diesem Rückblick auf John Stott auf ein fundamentales Prinzip des christlichen Dienstes aufmerksam: Die Kirche baut sich durch die Kraft des Geistes und durch das demütige Zeugnis der Diener auf, nicht durch menschliche Manipulation oder hierarchische Machtstrukturen. Für uns als Christen in Deutschland ist es entscheidend, diese Unterscheidung klar zu sehen und uns als Gemeinden bewusst gegen jede Form von missbräuchlicher Autorität und Machtstreben zu stellen. Nur so können wir dem Beispiel unseres Herrn folgen, der nicht kam, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen.

Quelle: TheoBlog.de

Ähnliche Beiträge