Die radikale Genügsamkeit des Retters

Wer sich ernsthaft mit dem eigenen Versagen auseinandersetzt, gerät schnell in Versuchung, das Evangelium durch Kleingedrucktes zu ergänzen. Wir suchen nach komplizierten Methoden zur Selbstoptimierung oder hoffen, dass unsere religiöse Disziplin das letzte Quäntchen zur Errettung beisteuert. Doch der Kern des christlichen Glaubens liegt in einer fast schon skandalösen Schlichtheit.

Ein kurzer Beitrag auf TheoBlog erinnert an die klaren Worte von Charles Haddon Spurgeon, der diese Exklusivität Jesu betont. Laut dem Autor Ron unterstreicht Spurgeon, dass Jesus Christus die einzige Hoffnung auf Errettung bleibt. Es ist nicht die Institution der Kirche, nicht das Sakrament als ritueller Automatismus und erst recht nicht die eigene moralische Anstrengung, die den Abgrund zur Heiligkeit Gottes überbrückt.

Es kann gar nicht oft und deutlich genug gesagt werden, dass die einzige Hoffnung auf Errettung in dem Herrn Jesus Christus liegt. Jesus genügt, um von der Schuld und der Macht der Sünde zu erretten.

Spurgeon greift hier das Herzstück der reformatorischen Erkenntnis auf: Solus Christus. Besonders bemerkenswert ist die zweifache Wirkung, die er beschreibt. Jesus rettet nicht nur vor der „Schuld“ – dem juristischen Urteil Gottes über unsere Rebellion –, sondern auch vor der „Macht“ der Sünde. Wer den Namen Jesu anruft, sucht nicht nur einen Freispruch vor dem himmlischen Richterstuhl, sondern die Befreiung aus der Sklaverei des korrupten Willens.

Diese Ganzheitlichkeit der Rettung bewahrt uns vor zwei verbreiteten Irrwegen. Auf der einen Seite steht ein bloßer Moralismus, der versucht, die Macht der Sünde aus eigener Kraft zu brechen, ohne die versöhnende Gnade Christi als Fundament zu haben. Auf der anderen Seite lauert ein reduziertes Evangelium, das zwar Vergebung zuspricht, aber das Leben in der Knechtschaft der Sünde belässt. Das biblische Zeugnis, wie es Spurgeon hier unterstreicht, kennt diese Trennung nicht. Der Retter, der uns rechtfertigt, ist derselbe, der uns durch seinen Geist das neue Leben schenkt.

Für den christlichen Glauben bedeutet das eine enorme Entlastung. Wir müssen nicht erst „gut genug“ werden, um Christus zu begegnen, und wir müssen nach der Umkehr nicht krampfhaft versuchen, das Werk allein zu Ende zu führen. Die Suffizienz Christi – seine vollkommene Genügsamkeit – ist der feste Boden, auf dem wir stehen. Jede Form von Spiritualität, die diesen Fokus verliert und stattdessen die menschliche Erfahrung oder gar kirchliche Traditionen als notwendige Ergänzung zum Werk Christi ins Zentrum rückt, führt letztlich in die geistliche Erschöpfung.

Suchen wir unsere Sicherheit in Jesus allein oder bauen wir heimlich noch an eigenen Rettungsbooten? Der Name Jesus trägt seine Bedeutung nicht umsonst: Er wird sein Volk retten – völlig, gewiss und ohne fremde Hilfe.

Der vollständige Artikel ist hier zu lesen: theoblog.de

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