Erweckung der Generation Z? Eine neue Offenheit für das Evangelium
Der australische Pastor und Autor Stephen McAlpine stellt in einem nachdenklichen Artikel eine provokante Frage: Bahnt sich im Westen eine geistliche Erweckung unter jungen Menschen an? Seine Beobachtungen aus dem anglophonen Raum (USA, Großbritannien, Australien) sind zwar keine Garantie, aber ein bemerkenswerter Grund zur Hoffnung. Sie berühren eine geistliche Sehnsucht und kulturelle Erschöpfung, die auch im deutschsprachigen Raum spürbar ist.
McAlpine berichtet von einer überraschenden Zunahme an Studenten, die sich dem Evangelium zuwenden, wie unter anderem auf der Webseite von *The Gospel Coalition* dokumentiert wird. Er sieht dies nicht als Zufall, sondern als Folge eines „Vakuums an Sinn und Zweck“ in unserer Kultur, das besonders die „Generation Z“ betrifft. Die gescheiterten Versprechen der sexuellen Revolution und die daraus resultierenden Traumata hätten zu einer neuen Suche nach stabilen Wahrheiten geführt. Interessanterweise, so der Autor, ziehe es diese jungen Menschen nicht zu oberflächlichen oder angepassten Formen des Glaubens. McAlpine zitiert einen Beobachter, der von einem Verlangen nach einem „full-fat-faith“ spricht – einem Glauben mit Substanz, der keine Abstriche macht.
Als konkretes Beispiel führt McAlpine die Arbeit von Campus-Mitarbeitern an der University of Illinois in Chicago an. Dort wuchs die Zahl der Studenten in Bibelkreisen innerhalb kurzer Zeit von etwa 100 auf über 200 an. Die Art der Fragen, die gestellt werden, ist dabei besonders aufschlussreich. Der verantwortliche Mitarbeiter, Tony Dentman, wird mit den Worten zitiert: „Sie stellen keine schwierigen, kontroversen Fragen. Sie stellen Sonntagschul-Fragen: ‚Woher weiß ich, dass die Bibel wahr ist? Wie unterscheidet sich das Christentum? War Jesus Gott?‘ Sie fragen nicht aus einer verkopften Haltung heraus, sondern aus dem Herzen – sie wollen die Antwort wirklich verstehen.“ Dies zeige, so McAlpine, dass nicht kirchliche Gimmicks oder Marketingstrategien gefragt sind, sondern die grundlegenden, zeitlosen Lehren des christlichen Glaubens, wie das Nicänische Glaubensbekenntnis oder die Bergpredigt.
Diese Beobachtungen erinnern uns daran, dass Gottes Geist weht, wo und wann er will – oft entgegen menschlicher Erwartungen und kirchlicher Trends. Sie sollten uns ermutigen, angesichts der fortschreitenden Säkularisierung nicht in Resignation zu verfallen, sondern treu das unverfälschte Evangelium zu verkünden und für die junge Generation zu beten. Die Sehnsucht nach Substanz ist letztlich eine Sehnsucht nach Christus selbst, der allein „der Weg und die Wahrheit und das Leben“ ist (Johannes 14,6) und unseren unruhigen Herzen Ruhe schenkt.
Der vollständige Artikel von Stephen McAlpine ist hier auf Englisch zu lesen: https://stephenmcalpine.com/is-a-big-fat-audacious-hairy-revival-on-its-way/
