Keine neue Gemeinschaft: Reformierte Anglikaner oft als Schismatiker bezeichnet

Die Veröffentlichung der sogenannten „Martyrs’ Day“-Erklärung der GAFCON im Oktober 2025 hat in der anglikanischen Welt erhebliche Wellen geschlagen. Eine Frage, so berichtet Dave Doveton, der den Artikel von Paul Donison auf anglicanmainstream.org wiedergibt, begleitet ihn seitdem von Belfast bis Dallas: Ist damit eine „neue“ Anglikanische Gemeinschaft entstanden? Diese Frage ist verständlich, angesichts der deutlichen Sprache der Erklärung, die von einer „Neuordnung der Anglikanischen Gemeinschaft“ spricht.

Der Artikel, ursprünglich von Paul Donison verfasst, analysiert diese Situation tiefgründig und stellt fest, dass solche Vorwürfe gegen reformwillige Gruppen in der Geschichte der Kirche keineswegs neu sind. Er vergleicht die heutige Lage mit historischen Momenten, in denen Gläubige, die zur biblischen Lehre zurückkehren wollten, immer wieder der Kirchenspaltung bezichtigt wurden.

„Die Geschichte der anglikanischen Reform zeigt immer wieder dasselbe Muster: Wer sich der biblischen Autorität verpflichtet fühlt und die etablierten Strukturen zur Rechenschaft ziehen möchte, wird schnell als Spalter gebrandmarkt.“

Diese Beobachtung von Donison ist nicht nur in einem historischen Kontext relevant, sondern hat auch eine aktuelle theologische Dimension. Sie lenkt den Blick darauf, dass Treue zur offenbarten Wahrheit des Evangeliums oft mit dem Preis der Ausgrenzung verbunden ist. Es ist eine ernüchternde Erinnerung daran, dass der Ruf nach biblischer Integrität innerhalb kirchlicher Strukturen selten ohne Widerstand bleibt. Für uns in Deutschland, die wir uns für eine reformierte anglikanische Identität einsetzen, ist dies eine Mahnung, unser Fundament ausschließlich in Christus und Seinem Wort zu sehen. Die Frage nach „neuen“ oder „alten“ Gemeinschaften verblasst angesichts der ewigen Gültigkeit des Evangeliums. Unsere primäre Aufgabe bleibt die Verkündigung Jesu Christi, des Gekreuzigten und Auferstandenen, der allein unsere Hoffnung ist.

Quelle: Anglican Mainstream

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