Das Gebet im öffentlichen Raum – eine Herausforderung in Quebec

Die Freiheit des öffentlichen Gebets ist ein grundlegendes Element christlichen Lebens und Zeugnisses. Umso besorgniserregender sind Entwicklungen in einigen westlichen Ländern, die diese Freiheit zunehmend einschränken wollen. Eine aktuelle Situation in der kanadischen Provinz Quebec, die von Anglican Mainstream aufgegriffen wurde, verdient unsere Aufmerksamkeit.

Der Artikel, verfasst von Rick Plasterer für Juicy Ecumenism, beleuchtet die prekäre Lage in Quebec. Dort droht ein Verbot des öffentlichen Gebets, das über die bereits bestehenden „Blasenzonen“ um Abtreibungseinrichtungen hinausgehen und sich auf öffentliche Orte ganz allgemein erstrecken könnte. Plasterer stellt fest: „Die vorgeschlagene Gesetzgebung könnte bald in Kraft treten und die Grenzen der Religionsfreiheit in einer Weise verschieben, die ernsthafte Fragen für Christen und andere Gläubige aufwirft.“

Diese Entwicklung ist nicht nur für die Christen in Quebec von Bedeutung, sondern spiegelt eine breitere Tendenz wider. Sie lenkt den Blick auf die Spannung zwischen einer zunehmend säkularen Gesellschaft und dem Anspruch des Glaubens, sich nicht nur in den privaten Bereich zurückzuziehen, sondern auch im öffentlichen Leben Ausdruck zu finden und transformierend zu wirken. Die Bibel selbst fordert uns auf, als Licht und Salz der Welt zu dienen (Matthäus 5,13-16) – eine Berufung, die nicht an den Türen unserer Kirchengebäude endet.

Für uns als Christen in Deutschland bietet dies Anlass zur ernsten Reflexion. Wie können wir in unserer eigenen kulturellen Prägung glaubwürdig Zeugnis ablegen, wenn grundlegende Aspekte unserer Religionsfreiheit andernorts bedroht sind? Die Herausforderung besteht darin, weder aggressiv noch ängstlich zu reagieren, sondern mit der Demut und Entschiedenheit, die dem Evangelium angemessen ist, für die Freiheit des Glaubens einzustehen und Jesus Christus auch im öffentlichen Raum zu verkündigen.

Quelle: Anglican Mainstream

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