Altern in einer jugendorientierten Kultur: Eine biblische Perspektive

In einer Zeit, in der das menschliche Leben länger währt als je zuvor, scheint die Bewahrung der Jugend zu einer zentralen kulturellen Obsession geworden zu sein. Von Haarfärbemitteln bis hin zu kosmetischen Eingriffen scheuen viele keine Mühe, die Spuren des Alters zu verwischen. Doch was sagt eine biblische Weltsicht zu diesem Streben?

Die Autorinnen Courtney Doctor, Vanessa K. Hawkins, Melissa Kruger, Laura Wifler und Jen Wilkin widmeten sich dieser Frage in einer Podiumsdiskussion bei TGCW24. Ihr Beitrag, „Aging in a Culture Obsessed with Youth“, bietet eine wertvolle Reflexion darüber, dass eine biblische Perspektive uns von der Furcht vor dem Älterwerden befreien kann.

In einer Zeit, in der wir typischerweise länger leben als jede Generation vor uns, scheint alles, was wir tun wollen, darin zu bestehen, unsere Jugend zu bewahren. Von Haarfärbemitteln bis zu Microblading, Anti-Aging-Cremes bis zu Botox, verhandeln wir mit dem Alter durch Produkte, Operationen und sogar völlige Verleugnung. Aber die Schrift sagt uns, dass Weisheit bei den Alten ist und graues Haar eine Krone der Herrlichkeit ist – warum sind wir also so altersavers?

Diese Beobachtung der Autorinnen trifft den Zeitgeist präzise. Unsere Gesellschaft vergötzt die Jugendlichkeit, dabei verkennt sie den Wert und die Würde, die Gottes Wort dem Alter zuschreibt. Die Bibel spricht davon, dass „graues Haar eine Ehrenkrone ist, die man auf dem Weg der Gerechtigkeit findet“ (Sprüche 16,31). Dies ist ein radikaler Gegenentwurf zu einer Kultur, die primär nach äußerer Schönheit und Leistungsfähigkeit strebt.

Die Diskussion beleuchtet verschiedene Aspekte des Alterns, darunter die kulturellen Einflüsse auf unser Schönheitsverständnis im Alter (ab 05:53), die Herausforderungen chronischer Schmerzen (ab 17:16) und die Notwendigkeit, Identität und Sinn im Alter neu zu definieren (ab 36:24). Es wird deutlich, dass wahrhaftige Erfüllung nicht in der Leugnung des Alterns liegt, sondern in einem tieferen Verständnis unserer Existenz, das in Christus gründet.

Gerade in Deutschland, wo der demografische Wandel eine alternde Gesellschaft zur Realität macht, ist es von immenser Bedeutung, eine positive, biblisch fundierte Sicht auf das Alter zu entwickeln. Christen sind aufgerufen, nicht dem vorherrschenden Kult der Jugend zu verfallen, sondern die Weisheit und die Erfahrungen älterer Generationen zu ehren und zu nutzen. Das Alter bietet die Chance zu tieferer Besinnung auf das Wesentliche, zu größerer Gelassenheit und zu einem vertieften Dienst am Nächsten, der oft im Hektischen des jungen Lebens zu kurz kommt. Es ist eine Zeit, in der die Früchte jahrelangen Glaubens und Wandels für andere sichtbar werden können – eine Krone der Herrlichkeit im besten Sinne.

Quelle: The Gospel Coalition

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