Keine Angst vor Stärke: Was ‚Aktives Christsein‘ für Männer bedeutet
„Christlichen Männern wird seit Jahrzehnten eingeredet, ihre Stärke sei ein Problem, ihr Ehrgeiz eine Sünde und Macht sei grundsätzlich gefährlich.“ Mit dieser prägnanten Feststellung eröffnet der Autor Ron auf TheoBlog.de einen Beitrag, der eine verbreitete Schwachstelle im modernen Christentum anspricht. Statt biblisch verankerter Führung sei Männern ein Glaube angeboten worden, der „Untätigkeit und Passivität hochstilisiert“ und „Nettsein zur höchsten Tugend“ erklärt.
Diese Beobachtung trifft einen Nerv. Der Artikel verweist auf Chase Davis’ Buch „Offensive Christianity“ – ein Titel, der im Deutschen vielleicht besser mit „engagiertes Christentum“ oder „aktiver Glaube“ übersetzt werden könnte. Das Buch plädiert dafür, einer solchen Entwicklung entgegenzutreten. Tatsächlich haben wir im Bestreben, weltliche Aggression und „toxische Männlichkeit“ abzulegen, möglicherweise das biblische Ideal von Stärke und proaktiver Führung unabsichtlich mit verworfen. Die Konsequenzen zeigen sich im geistlichen Rückgrat von Familien und Gemeinden.
Die biblische Lehre widerspricht diesem Trend fundamental. Die Schrift fordert Männer auf, wachsam, standhaft im Glauben, mannhaft und stark zu sein (1. Korinther 16,13). Diese Stärke ist nicht die eines egoistischen Tyrannen, sondern die eines dienenden Hirten, der seine Herde schützt und leitet. Sie manifestiert sich in geistlicher Führerschaft, unerschütterlichem Glauben, schützender Fürsorge für die eigene Familie (Epheser 5,25) und einem unzweideutigen Einsatz für die biblische Wahrheit. Ein durch den Heiligen Geist geheiligter Ehrgeiz strebt nicht nach persönlicher Bereicherung, sondern danach, Gottes Reich kraftvoll voranzubringen und die empfangenen Gaben zum Wohl anderer einzusetzen.
Die biblische Rede von „Macht“ oder Autorität, richtig verstanden, ist eine von Gott gegebene Verantwortung, die in Liebe ausgeübt wird. Sie dient dazu, Christus zu verkünden, Gerechtigkeit zu fördern und die Schwachen zu schützen. Ein wirklich „offensives“ Christentum für Männer im Sinne Davids und der Schrift ist daher kein aggressives oder weltliche Machtstrukturen kopierendes Unterfangen. Es ist ein mutiger Glaube, der sich nicht scheut, die Wahrheit des Evangeliums zu verkünden, selbst wenn diese unpopulär ist. Es ist eine Haltung, die Verantwortung übernimmt, Sünde klar beim Namen nennt – beginnend bei der eigenen – und aktiv am Bau des Reiches Gottes mitwirkt.
Christus selbst ist das unübertroffene Vorbild. Er handelte entschieden und kraftvoll, reinigte den Tempel, benannte die Sünde beim Namen, zeigte aber gleichzeitig die ultimative dienende Liebe und aufopfernde Hingabe. Das biblische Ideal verlangt nicht die Wahl zwischen Stärke und Güte, sondern die Integration beider im Dienst Christi: eine Stärke, die von Liebe durchdrungen und von Gottes Geist geleitet wird, und eine Güte, die nicht Passivität, sondern Barmherzigkeit und Gehorsam widerspiegelt. Wahre Männlichkeit bedeutet, Jesus Christus in Wort und Tat nachzufolgen und die Gaben der Stärke und Führung zu seinem Ruhm einzusetzen.
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