Sudan: Der Schrei unserer Geschwister in einer vergessenen Krise
Während die Schlagzeilen in Europa von den Konflikten in der Ukraine und im Nahen Osten dominiert werden, hat ein anderer Krieg eine düstere Marke überschritten, die von der Weltöffentlichkeit weitgehend unbeachtet bleibt. Im Sudan tobt seit über 1000 Tagen ein verheerender Bürgerkrieg, der das Land an den Rand des Zusammenbruchs gebracht und eine der schlimmsten humanitären Krisen der Welt ausgelöst hat.
Ein Artikel auf dem Nachrichtenportal Anglican Ink berichtet von der dramatischen Lage und gibt einem dringenden Appell von Kirchenführern aus dem Sudan und dem Südsudan eine Stimme. Angesichts von Schätzungen, die von 150.000 Todesopfern ausgehen, und einer unvorstellbaren Zahl von Vertriebenen flehen sie um nachhaltige globale Aufmerksamkeit. Sie bitten darum, dass die Weltgemeinschaft nicht wegschaut, während ihr Volk leidet.
Für Christen in Deutschland ist dies mehr als nur eine weitere ferne Katastrophe. Es ist ein Ruf aus der eigenen Familie. Der Apostel Paulus schreibt unmissverständlich: „Wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit“ (1. Korinther 12,26). Die Kirche im Sudan, insbesondere die große und für ihre Standhaftigkeit bekannte anglikanische Provinz, ist ein lebendiger Teil des weltweiten Leibes Christi. Ihr Schmerz ist unser Schmerz, ihre Not betrifft uns unmittelbar als Brüder und Schwestern im Glauben.
Was bedeutet „Aufmerksamkeit“ in diesem Zusammenhang für uns? Es bedeutet mehr als nur das passive Konsumieren von Nachrichten. Es ist der biblische Aufruf, die Lasten der anderen zu tragen (Galater 6,2) – und das beginnt im Gebet. Wir sind gerufen, für die Leidenden, die Verfolgten, die Helfer und die Friedensstifter im Sudan einzutreten. Unsere Hoffnung liegt nicht allein in politischen Lösungen, sondern im souveränen Gott, der den Schrei der Elenden hört und der eines Tages jede Träne abwischen wird. In dieser Gewissheit können wir treu für unsere Geschwister beten.
Quelle: Anglican Ink
