Rick Warren in Abuja: Baptist ruft Anglikaner zu Mission auf

In Abuja kamen im März 2026 Kirchenführer aus der ganzen Welt zusammen, um die Zukunft der globalen anglikanischen Gemeinschaft zu gestalten. Mitten unter ihnen stand ein Gast, dessen Anwesenheit die ökumenische Weite der GAFCON-Bewegung unterstreicht: Der Baptist Rick Warren sprach vor einer Versammlung konservativer Bischöfe und Erzbischöfe. Dass ein profilierter Vertreter der Southern Baptists das Wort an anglikanische Würdenträger richtet, markiert einen Moment, in dem konfessionelle Trennlinien hinter die gemeinsame Dringlichkeit des Missionsbefehls zurücktreten.

Laut dem Bericht von George Conger für Anglican Ink forderte Warren die Leiter auf, die neue globale Gemeinschaft nicht primär auf Strukturen, sondern auf der Autorität der Schrift und einem radikalen Gehorsam gegenüber dem Missionsbefehl aufzubauen. Er mahnte, die Kirche müsse den Auftrag Jesu endlich zu Ende führen.

Pastor Warren… rief sie in seiner halbstündigen Ansprache dazu auf, eine neue globale anglikanische Gemeinschaft in der Heiligen Schrift, im Gehorsam und in der gemeinschaftlichen Mission zu verankern.

Warren erkennt treffend, dass theologische Rechtgläubigkeit ohne missionarischen Eifer zur sterilen Museumspflege verkommt. Eine Kirche, die sich nur noch um ihre interne Organisation sorgt, hat ihren Kompass verloren. Sein Appell zur Zusammenarbeit über Denominationsgrenzen hinweg ist ein notwendiger Weckruf für eine Christenheit, die oft mehr Energie in die Abgrenzung als in die Verkündigung investiert.

Dennoch verlangt Warrens pragmatischer Ansatz eine theologische Erdung, die über bloße Methodik hinausgeht. Für eine reformierte Perspektive ist Mission nicht einfach ein „Projekt“, das durch menschliches Geschick und organisatorische Exzellenz vollendet wird. Sie ist das souveräne Wirken Gottes durch das treu verkündete Wort. Wenn wir von Gehorsam sprechen, meinen wir zuerst die Unterordnung unter die rettende Wahrheit, dass der Sünder allein durch den Glauben an Christus gerechtfertigt wird. Diese Botschaft ist der Treibstoff der Mission, nicht nur ihr Ziel.

Ein biblisches Verständnis des Bundes erinnert uns daran, dass wir nicht aus eigener Kraft „liefern“, sondern Boten einer bereits vollbrachten Tat sind. Der Missionsbefehl fließt aus der Herrschaft Christi, dem alle Gewalt gegeben ist. Das bedeutet für uns: Missionarische Dynamik und theologische Präzision sind keine Gegenspieler. Wer das Wort Gottes ernst nimmt, wird zwangsläufig zum Zeugen. Wahre Erneuerung in der Kirche geschieht dort, wo das Vertrauen auf die Mittel der Gnade – das Wort und die Sakramente – zu einem mutigen Aufbruch in die Welt führt.

Die Vollendung des Auftrags liegt letztlich in Gottes Händen, doch unsere Verantwortung bleibt bestehen: Jede Generation braucht das Zeugnis von der rettenden Gnade Jesu Christi. Sind unsere Strukturen diesem Ziel dienlich oder stehen sie ihm im Weg?

Der vollständige Artikel ist hier zu lesen: anglican.ink

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